[…] Was für Stimmen! So kraftvoll, so tragfähig…. Sie singen mit großer Inbrunst, in einem Ausdrucksspektrum von innig bis expressiv. Die Sänger setzen ihre hohe Stimmenvirtuosität sowohl in den frühen Gesängen aus dem 15. und 16. Jahrhundert als auch in klassischen Kompositionen und modernerem Repertoire sehr effektvoll ein.
Ihre Stimmen, ihre Artikulation und Textverständlichkeit sind durchweg tadellos. Und es ist gerade in den Beispielen der Alten Musik sehr schön zu hören, wie die Stimmen in ihren charakteristischen Klangfarben zu einem homogenen Ensembleklang verschmelzen. In Virgo et mater von Juan de Anchieta oder den Sätzen von Jan Campanus tritt auch die Reinheit und Klarheit der Stimmen besonders deutlich hervor. Über welche enorme dynamische Differenzierung und welchen klanglichen Spannungsbogen dieses Vokalquartett verfügt, konnte man in zwei Kompositionen des Ensemblemitglieds Martin Jakubicek hören. […]
Badische Zeitung, Roswitha Frey, Mai 2007
[…] Zu einem in jeder Hinsicht gelungenen Auftakt ist das erste Konzert des 25. Passauer Konzertwinters am Donnerstagabend geraten. Zu hören war ein interessantes, abwechslungsreiches Programm eines international renommierten Ensembles im förderlichen Ambiente in der akustisch wohl tragenden Kirche St. Severin in Passau.
Insgesamt gefiel das Ensemble bei allen Interpretationen – von der Renaissance über Barock bis zur Moderne – durch glasklare Intonation, abwechslungsreich –spannende Dynamisierung und eine lebendige Artikulation. Das abschließende „De Profundis“ von Arvo Pärt setzte den unbestrittenen Höhepunkt des Abends, bei dem die Hinzunahme der Orgel und eines kleinen Schlagwerk-Instrumentariums treffen Eindruck hinterließ. Ein überzeugender Abend auf höchstem Niveau. […]
Passauer Neue Presse, 20. 10. 2006
[…] Das Brünner Konzert unter dem freien Himmel bestätigte sowohl die Disziplin der Sänger, Eigenartigkeit und Köstlichkeit ihrer Timbres, als auch solistische Ambitionen. Zur Priorität zählt jedoch der vollkommen plastische und farbige Klang aller vier. […]
Tageszeitung Právo, V. Čech, 18. 9. 2006
[…] ST. BLASIEN. Töne, Klänge, Akustik sind bestens durchleuchtete Rechengrößen der Physik. Als Erlebnis beim elften Domkonzert konnten sie Rätsel aufgeben, faszinieren, emotional berühren oder alles zusammen. An der rechten Säulenbegrenzung des Hochaltarraumes hatten sich fünf Musiker aus Tschechien postiert. Martin Jakubicek an der Reiseorgel, Jan Mikusek, Kontratenor oder Altus, Marek Olbrzymek, Tenor, Ales Procházka, Bass, und Vladimir Richter, Tenor. Der Altus besonders klar in den Höhen, der Bass schwarz, die Tenöre strahlend, alle tragend.
Sie müssen gute akustische Berater bei der Probe gehabt haben, denn die fünf Musiker spielten mit dem Widerhall der Kuppel. Klammerten ihn aus, forderten ihn zum Wettstreit oder überließen ihm den letzten Ton. Dieser Einsatz einer vierten Dimension erzeugte oder verstärke Stimmungen und zeugte vom kompetenten und bewussten Umgang mit Tönen, dass aus ihnen variierende Klänge werden. Sie nennen sich "Affetto" - vokalexperimentelles Ensemble und machten ihrem Namen Ehre. Vom 14. bis 20. Jahrhundert nahmen sie die Literatur und schafften es, Charakteristiken so schön zu verdeutlichen, dass ein Jahrhundert dem anderen die Hand reichte.
…Musikalisch bewegte sie der starke Spannungsbogen von Altus und Bass in der Rotunde schwebend. Höhepunkte stiegen in die Kuppel auf und kehrten von dort als Mitsänger wieder. Dieses Wunder der Akustik ist der Elastizität der Stimmen und deren bewusstem Einsatz zu verdanken…
…Mit Spirituals und schottischem Folk stand die Volksseele am Abschluss des Konzertes. Großartig dynamisch differenziert und dadurch mit akustisch gelungener Akrobatik angereichert, klang dieser Abend aus. Applaussturm und Zugabeforderung folgten. Enttäuschung für den "Geiz" von nur einem "Bonbon" zum Schluss forderten eine Fortsetzung des musikalischen Erlebnisses, das keine noch so gute Musikkonserve im Hightech-Quadrofon herbeiführen kann. […]
Badische Zeitung, Margrit Matyscak 15. 8. 2006
[…] Zuerst ganz fromm, ernst und gesammelt stellt sich das tschechische Vokalensemble "Affetto" aus Brno mit geistlichen Werken aus dem Spätmittelalter und der Barockzeit vor, um dann im zweiten Konzertteil frech in die zeitgenössische tschechische Moderne zu wechseln und schließlich scherzhaft mit weltlichen Glossen abzuschließen. Die neuen Werke finden angesichts der Höhe der Interpretationsleistungen den Anklang der Zuhörer.
Die vier Sänger des Ensembles Affetto sind in Fockenfeld durch bisher zwei Auftritte als Spezialisten für Alte Musik und Meister der Moderne bekannt und beliebt: Countertenor Jan Mikušek gefällt gut in seiner glasklaren hohen Lage, weich abgefedert von den zwei Tenören Marek Olbrzymek und Vladimír Richter, grundiert und kontrastiert durch den typisch abgrund-kellertiefen osteuropäischen Bass von Aleš Procházka, der die A-capella-Gesänge zum höchsten Genuss abrundet. […]
B. Poscharsky-Ziegler, Oktober 2005
[…] Das aufgetretene Männerquartett in der Besetzung J.Mikušek (Kontratenor), M.Olbrzymek (Tenor), V.Richter (Tenor) und A.Procházka (Bas) ist ein beachtenswertes Ensemble, das sich dem Kammergesang aus der Sicht reichvoller Nuancen der Männerstimmen widmet, die eben in alter Musik verborgen sind. Mit einer starken Überzeugungskraft wird die Musik in der Darbietung des Ensembles dank Kontratenor wiederbelebt, der früher Alt- und Diskantparte übernahm, wenn in Kirchen noch nicht Frauen singen durften. Diese Musikschöpfung wird heutzutage in der ganzen Welt erneut aufgeführt und das Ensemble Affetto brachte sie uns in einer exzellenten Aufführung näher. In Werken von Autoren wie etwa Johannes Walter, Michael Praetorius und Heinrich Schütz drückten die Sänger polyphonische Qualitäten dieser Musik aus und leiteten eine damalige Atmosphäre der Reformationszeit auf eine außerordentliche Weise ein.
Das ganze Konzert wirkte wie ein zusammengeschlossenes Ganzes von Künstlern, die an der Musikepoche höchst interessiert sind und die Musik auf einem hohen Niveau und in voller Schönheit vermitteln. […]
OPAVSKÝ A HLUČÍNSKÝ REGION, Artur Sommer, 24. 5. 2005
[…] Aus der Generations- und auch der kompositorischen Sicht wurde die bunteste Summe der Musik beim kammermusikalisch orientierten Abend der "Brünner" im Suk-Saal (11. 5.) demonstriert, dessen Hauptakteur das Brünner vokal-experimentelles Ensembles Affetto (Kontratenor, zwei Tenöre, Bass) war, also ein auffällig disponiertes Vierblatt von Vokalisten, das sich die Einstudierung eines so virtuosen Werkes wagen konnte, wie das vokale Concertino des jungen Jan Meisls ist. […]
M. Pokora, Hudební rozhledy 6/2005
[…] Wir haben genug Interpreten, die keine Angst vor der zeitgenössischen Musik haben und fähig sind, sie auf solche Weise aufzuführen, dass sie das Publikum gefangen nimmt. Und das ist zweifelsohne der Fall des Gesangsquartetts Affetto, das seine Erfahrung mit Alter Musik auch in neuer Musik zu verzinsen weiß und darüber hinaus über ein Schauspieltalent disponiert. […]
M. Kratochvíl, 3/2005 HIS VOICE
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